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AlpinMuseum

Sonderausstellung 2010

02.03. - 14.11.2010


BergLeben² 
Fotografien von
Erika Groth-Schmachtenberger
und Lala Aufsberg

Bilder aus dem Leben

Die Ausstellung zeigt Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Themenkreis ländlicher Alltag, Landschaft, Menschen in alpinen Gegenden. Der Großteil der Aufnahmen stammt aus dem Archiv von Dr. Manfred Felle. Der Kunsthändler, Volkskundler und Sammler erwarb systematisch Fotografien, die als volkskulturelle Quellen dienen können. Auf der Suche nach Aufnahmen der traditionellen Jagd oder Bauernjagd kam er mit Erika Groth-Schmachtenberger in Kontakt, der zu einem umfangreichen Austausch führte. Die Fotografin bezeichnete ihre Aufnahmen selbst als "Bilder für die nächste Generation". Und tatsächlich zeigen die Bilder aus den 1930er Jahren eine Lebenswelt und einen Menschenschlag, wie es sie wohl kaum noch gibt.


Erika Groth-Schmachtenberger (1906-1992)
zählte zu den bekanntesten deutschen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Sechs Jahrzehnte widmete sie ihrem Beruf; mehr als 300.000 Aufnahmen sind überliefert. Ihr Lebensweg führte sie von ihrem Geburtsort Freising über Würzburg und Amberg nach Kempten, wo sie zwischen 1917 und 1922 die "Höhere Töchterschule" besuchte und anschließend eine Banklehre machte. Ihr Vater Philipp Schmachtenberger wirkte als "Königlicher Reallehrer" in Kempten. In ihrer Jugendzeit verbrachte sie mit ihrer Familie viel Zeit im Tannheimer Tal in Tirol, einer Gegend, der sie zeitlebens verbunden blieb und die sie in mehreren tausend Fotografien porträtierte. Dort fiel die Entscheidung, die Passion zum Beruf zu machen und 1933 schloss sie ihre Ausbildung an der "Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen" in München ab.

Danach begann ihre Karriere im Bildjournalismus und Erika Schmachtenberger führte das Leben der "neuen Frau": Sie fuhr einen Zweisitzer Cabriolet Ford, sie machte Fotoreisen durch Bayern, Österreich, nach Italien, Südosteuropa, Südfrankreich und Spanien und sie arbeitete – um nicht kriegsverpflichtet zu werden – während des Zweiten Weltkriegs als Presse- und Standfotografin bei der TOBIS-Filmgesellschaft in Berlin. "Dann kam die schöne Zeit der 50iger Jahre, wo es noch wenig Motorisiertes gab. Wir konnten unsere In- und Auslandsfahrten mit Genuss machen …", erinnerte sich die inzwischen verheiratete Erika Groth-Schmachtenberger. Ihr Blick auf Landschaft, Dörfer, Häuser, Menschen hat sich durch die Kriegserfahrung deutlich geschärft und sie entwickelte sich hin zur Fotodokumentarin, die vermehrt nach dem Ausschau hielt, was an das "bäuerliche Universum" (Pasolini), an eine "grenzenlose, vornationale und frühindustrielle Welt" erinnerte. Die Fotografin formulierte in der Rückschau: "Den Leuten konnte ich sagen: Bleiben S’ mal da stehen! Aber der Zeit habe ich das nicht sagen können".


öffentliche Führung
durch die Ausstellung und das Alpinmuseum
jeden Samstag, 14 Uhr

Alpinmuseum
Landwehrstr. 4
87435 Kempten
Tel. im Museum (0831) 2525-740



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