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Kunstpreis der Stadt Kempten – 2015



Corinna Theuring (*1977)
Memmingen
 
„Nährboden“
Keramik aufgebaut, Glasur
25 x 33 x 33, 2015


Die Künstlerin Corinna Theuring aus Memmingen wird für ihre Arbeit „Nährboden“ mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) 2015 ausgezeichnet.
Die Jury würdigte die Künstlerin als herausragende Repräsentantin einer neuen Strömung junger Kunst. Ihr Wirken innerhalb dieser Entwicklung bleibt dabei völlig eigenständig, unverwechselbar.

Das ausgezeichnete Werk wird als „hochgradig zeitgenössisch“ eingeordnet. Neue Themen werden im althergebrachten Medium der Keramik geformt, tradierte Themen, Mythos und Religionsgeschichte skulptural verfremdet.
Als Vertreterin einer jungen Künstlergeneration mit freiem Blick ist die Künstlerin auf der Suche nach neuen Werkstoffen, anders besetzten Werkstoffen. So wird das Material Keramik zunächst mit Kunsthandwerk assoziiert. Erst ein innovativer, „schnoddriger Umgang“ damit schafft die Spannung, die dem Werk zugrunde liegt.

Teil dieses neuen Umgangs ist die Abkehr vom Drang nach der Perfektion.  Die Formen sind bewusst nicht perfekt angelegt, ebenso wenig wie die Oberfläche der Gruppe. In diesem Spannungsfeld aus bewusster Übernahme und Ablehnung steht „Nährboden“.
 
Corinna Theuring über ihre Arbeit:

„Eine Ratte bäumt sich gegen einen ihr gegenüberstehenden Putto auf. Steht er ihr nur im Weg? Was will sie von ihm? Warum ist es zu dieser Konfrontation gekommen? Wo kommen die beiden her? Was geschieht im nächsten Augen-blick. Keiner muss eine Reaktion provozieren; es stellt sich eine seltsame Enge und konzentrierte Zweisamkeit ein. Warum gehen sie sich nicht einfach aus dem Weg?

Gewalt, archaisch, heroische Gebärden, gleich der Szene eines Computer-spiels „hail to the king!“ Wird die Ratte im nächsten Moment den Putto niedermachen? Oder kann der Engel sie mit seiner bloßen Gegenwart in ihre Schranken verweisen? Für was steht der Putto, was die Ratte? Beim Betrachten der Arbeit Nährboden werden Assoziationen geweckt. Sie zieht sein Gegenüber unwillkürlich in ihren Bann. Sie reißt uns abrupt von der trockenen Beschreibung in einen Strom von Fragen, Projektionen und Interpretationen.

Das Material. Gebrannter Ton und Glasur – Glanz und unnahbare Zerbrechlichkeit – verleihen edle Anmut, diamantene Härte und gläserne Verletzlichkeit. Ihre Expressivität entspringt dem bloßen Gegensatz: von Bösem und Gutem, Laster und Tugend, Schuld und Unschuld, Beflecktheit und Reinheit, Skepsis und Naivität. Und Gegensätze ziehen sich an – agieren, reagieren. Erzählen eine Geschichte, stehen symbolisch für etwas; eine Szene, die jeder für sich selbst durchspielen muss, will, weil sich in der Allegorese ein Abstand zum Seienden ergibt.

„Nährboden“ lässt uns einen Plot erfinden, ein Stoff, der uns nachdenklich macht, der uns Macht und Ohnmacht nahebringt. Menschlichkeit und Unmenschlichkeit. Das Leben. Den Kampf, Triumph und die Niederlage. Mythologie und kollektiv Unbewusstes.“
„Das Symbol ist die Identität von Besonderem und Allgemeinen, die Allegorie markiert ihre Differenz.“ (Walter Benjamin)
 




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