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Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) - 2007

Gudrun Gmelch (*1944), Nesselwang





Gudrun Gmelch (*1944)
Nesselwang
"Geformtes Gras"
Fotografie / Digitaldruck auf Papier
137 x 327, 2006

Die Künstlerin Gudrun Gmelch aus Nesselwang wird für ihre Fotoarbeit auf Papier "Geformtes Gras" mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) 2007 ausgezeichnet.

Vierzehn Fotoaufnahmen sind auf einem Papierbogen in großzügigem Querformat zusammengestellt. Alle zeigen Ausschnitte und Details einer weissen Kunststofffolie, Oberflächen mit grafischen Strukturen, Faltungen, Richtungen und Flächen, diversen Materialien wie Fichtennadeln oder Textilstücken. Erst bei genauerer Betrachtung läßt sich erkennen, dass die ästhetischen und hellen Bilder Aufnahmen von konkreten Gegenständen sind – Gegenständen, die im Landschaftsbild der Grünlandregion Allgäu seit Mitte der 1990er Jahre sichtbar sind. Es handelt sich um die übergroßen, weissen Folienballen, die gepresstes Gras enthalten, das durch Milchsäurebakterien während der Lagerung zu Silage konserviert wird: Winterfutter für die Kühe.

Siloballen werden von vielen Menschen als störende Fremdkörper in der Landschaft angesehen. Die Künstlerin läßt das mit ihrer bildnerischen Auffassung vollkommen vergessen. Gudrun Gmelch sieht bei ihrer Motivsuche sehr genau hin und enthüllt an den Verhüllungen hochästhetische Aspekte. Neben die reine, weisse Fächerstruktur der maschinellen Wicklung stellt sie die löchrige, angewitterte Textur oder eine Raffung, die an eine Büste im Biedermeierkleid erinnert. Drall gespannte Folienbahnen stehen neben in sich zusammengesackten Hüllen, die das darunter Enthaltene spürbar werden lassen. Verpackung und Inhalt, Oberfläche und darunter liegende Substanz gehen in den Fotografien von Gudrun Gmelch eine geheimnisvolle Beziehung ein. Der Titel "Geformtes Gras", der die Farbe grün assoziiert, gibt ebenfalls nicht sofort alles preis.

Neben der durchgängigen Qualität der vierzehn Einzelbilder würdigt die Jury, die ihre Entscheidung ohne Gegenstimme traf, vor allem die sicher komponierte und komplexe Zusammenstellung in zwei Reihen. Überzeugend sind auch die dem Thema adäquate Schlichtheit des gewählten Materials sowie die feine Farbzeichnung innerhalb des hellen Gesamteindrucks. Besondere Anerkennung spricht die Jury aus für die sensible Wahrnehmung und gekonnte Erfassung der Landschaftselemente sowie für die Aufmerksamkeit für die Kulturlandschaft des Allgäus.

Gudrun Gmelch über ihre Arbeit:

"Bei meinen Wanderungen durchs Allgäu begegne ich ihnen: Weißen Ballen – mal sorgfältig aufgereiht, mal pyramidenförmig aufgestapelt, mal auf einem wilden Haufen. Die Bauern nennen sie Siloballen – geschnittenes Gras, zusammengepresst und mit Kunststofffolie umwickelt. Da das Gras maschinell verpackt wird, erscheinen diese Gebilde auf den ersten Blick vollkommen gleichmäßig. Erst bei näherer Betrachtung entdecke ich Faltungen, Aufbauchungen, Einschnürungen, Verletzungen und Verschmutzungen der weißen Kunststoffhaut – ein Spiel von Licht und Schatten, von Linien und Flächen, von Farbspuren auf glatter, glänzender Haut. Das halte ich mit meiner Kamera fest und ordne es."




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