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Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu)  - 2004

Peter Krusche
"NEWSFLASH" (20-teilig)
40 x 30 (20 x)
2004

Der Künstler Peter Krusche aus Osterzell erhält für seine 20-teilige Wandinstallation "NEWSFLASH" den Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) 2004.

In ihrem einstimmigen Urteil würdigt die Jury die spezifische additiv-narrative Figuration, die handwerklich-technische Präzision sowie die intellektuelle Aufarbeitung einer zentralen Thematik der Gesellschaft der Gegenwart. Peter Krusche stellt unter dem Titel "NEWSFLASH" den Infokick, die Blitzschläge aus ununterbrochenen Bild- und Textnachrichten, womöglich auch die allgemeine Sucht nach Neuigkeiten dar. Ohne individuelle Wertung formuliert er die Informationsflut und Reizüberflutung durch die Welt der Medien in seiner ureigenen Bildsprache. Die Schablonenform und Zeichenhaftigkeit, betont durch monochrome Farbflächen, sind wesentliche Charakteristika dieser Sprache. Peter Krusche reduziert die Malerei auf einen Gestus der Malerei.

Gesichter, Körper, Reiter, Flugzeuge, Zahlenanordnungen, steinzeitliche Symbole wie Digitalanzeigen der mobilen Gesellschaft bilden den Zeichenvorrat, aus dem Krusche schöpft und den er stetig neu befüllt. Durch Zitate aus dem eigenen Bilderschatz wie aus dem Fundus der Kunstgeschichte erzeugt er eine spezielle Atmosphäre in seinen Werken und baut nicht nur biografische Verbindungen unter den Werkgruppen auf. Der Künstler blättert mosaikartig Kommunikationsszenen und Großstadtgeschichten auf, die in ihrer Gesamtheit ein spannungsreiches Informationssystem bilden.

Jedes der zwanzig Einzelbilder besteht indes auch für sich selbst. Jedes besitzt eine eigene Botschaft, verdeutlicht durch Abwechslung im Material und im Farbauftrag. Auf und unter verschiedenen Trägermaterialien - Leinwand, Holz, Plexiglas - sind Farbflächen gestaltet und Szenen aus Architekturen, Personen und Symbolen gemalt. Die Oberflächen sind entsprechend matt und rau oder, mit einer gläsernen Scheibe versiegelt, spiegelnd. Der Wechsel der Malmittel im standardisierten Format bringt das Bildthema treffend in Form, korrespondierend zu den formelhaften Codes der Medienkultur. Basierend auf einer handwerklichen Ausbildung, betreibt der Künstler eine technische Präzision und ästhetische Perfektion, die ihresgleichen suchen. Jedes Einzelbild ist im Hochformat gehalten, sodass die Anordnung aus fünf Bildern in der Breite und vier Bildern in der Höhe zusammen ein Quadrat ergeben. Dieses strenge Schema gehört ebenso wie die Verteilung der monochromen Flächen unter den konkreten Bildern zur maßvollen Ordnung im Sinne des Peter Krusche.

Obwohl die Bildelemente meist flächig gestaltet sind, befinden sich die reduzierten Figuren in definierten Bildräumen von großer Tiefe. Wie Kulissen im Bühnenprospekt erweisen sich einzelne Gebäude als Symbole von Stadt. Ein Flugzeug am oberen Bildrand schafft Himmelsraum und öffnet den Bildhintergrund. Die Bilder von Peter Krusche fordern genaue Betrachtung, welche die subtile Komposition, die konzeptionelle Klarheit und die große Kraft seiner Bildwelt erkennen lässt.

Die Jury erkennt in dieser Arbeit den Künstler, der sich auf einer langen und erfolgreichen Vita keineswegs ausruht, sondern klare Weiterentwicklungen unternimmt. Peter Krusche verwertet Bildreize und wertet sie auf zu Reizbildern, zu spannungsreichen, bezwingenden Szenen, die auch den Titel tragen könnten "neue Schlagzeilen von Krusche".




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