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Kunstpreis der Stadt Kempten - 2010



Markus Pieper  (*1975)
Grünenbach

Edelweiß
49,5 x 42
2008
Dispersion, Öl auf Hartfaserplatte

und

Nagelfluhkette mit Jägerstand
60 x 49
2008
Acryl auf Hartfaserplatte

Der Künstler Markus Pieper aus Grünenbach wird für seine beiden Werke "Edelweiß" und "Nagelfluhkette mit Jägerstand" mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) 2010 ausgezeichnet.

Der Blick geht in eine Berglandschaft, in leichten Pinselstrichen gemalt und gehüllt in einen gedämpften, eigenwilligen Rotton; im Vordergrund, die Gipfel überragend, lasierend eingewoben ein Jägerstand. Das Bild "Nagelfluhkette mit Jägerstand" verbindet in seiner aquarellhaften Skizze eine fragile Architektur mit einer scheinbar flüchtigen Landschaft. Das Acrylbild "Edelweiß" besteht ebenfalls aus zwei Teilen, die sich spannungsvoll ergänzen: Der schneeweiße Fond überlagert eine pastose Farbstruktur und trägt im flachen Bereich des Bildes die plastisch verschattete Figur des Edelweiß'. Die sorgfältig ausgearbeitete Blüte scheint in einer heftig aufgetragenen Farblandschaft zu schweben.

Die Jury würdigte die beiden Arbeiten als stille und subtile Werke, deren Art und Ausdruck sich in einer physisch präsenten Materialität dem Betrachter erschließen. Beide Gemälde sind als gekonnte Metaphern für "Berg" zu lesen und stehen für die Idee vom ‚Bild im Bild’. In "Nagelfluhkette mit Jägerstand" lässt der Künstler zwei Bildebenen ineinandergreifen, womit er spielerisch Fragen zu Realität und Bildrealität aufwirft. Die lasierenden Farben im einen – im Gegensatz zur reliefartigen Farbsetzung im anderen – zeigt dessen Bewusstsein für die Möglichkeiten beim Farbauftrag.
In der unterschiedlichen Struktur der Bildoberflächen und deren inhaltlicher Mehrschichtigkeit spiegelt sich die Mehrschichtigkeit von Gegenwart und Realität wider. Die zwei Gemälde zeigen Markus Pieper als Künstler, der seinen realen Kosmos in einem künstlerischen Mikrokosmos feinsinnig und körperhaft zu materialisieren versteht, und damit zugleich Einforderung und Auslöschung von Gegenwart vollzieht.

Markus Pieper über seine Arbeiten:
"In meinen Arbeiten spielt der ländliche Raum eine tragende Rolle.
Vor allem das Allgäu bietet mir an vielen Stellen Anreize, Traditionelles, Einfaches, Ursprüngliches oder Handwerkliches aus einer neuen überraschenden Sicht zu beleuchten, ohne der verklärenden Heimattümelei zu verfallen. Meine Themen finde ich in meiner unmittelbaren Umgebung: Berge, Wald, Hochstände oder sonstige Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oder der Natur.
Der Malprozess ist in meinen Arbeiten immer wieder erkennbar. Der Eindruck des "non finito" oder des Skizzenhaften ist durchaus gewollt, da er den Arbeiten etwas Derbes, Rohes und damit Ungeschminktes und Ehrliches verleiht.

Die Jägerstandbilder drücken eine Vielschichtigkeit aus, die man zunächst hinter dem banalen Motiv so nicht vermuten würde. Jägerständen haftet etwas Geheimnisvolles an. Mitten in der sonst unberührten Landschaft stehen versteckt kleine architektonisch interessante Gebilde, wie Außenposten der Zivilisation. Alle sind ähnlich, aber keiner ist gleich. Und nie sind sie besetzt. Die Jägerstände sind in ihrem Vorkommen als Alltagsarchitektur regionale Pop-Sujets. Aufgrund ihrer oft fröhlich-bunten Farbigkeit vergisst man beinahe ihre brutale Funktion als Abschussvorrichtungen."




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