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Kunstpreis der Stadt Kempten - 2009



Stefan Winkler (*1968)
Immenstadt

„Ich will auch!“
Öl auf Leinwand
150 x 105, 2009

und

„Geister“
Öl auf Leinwand
147 x 111,5, 2009

Für seine beiden Gemälde „Ich will auch!“ und „Geister“ wird Stefan Winkler mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) 2009 ausgezeichnet.

Die beiden großen figürlichen Darstellungen überzeugten die Jury durch ihre gekonnte, unaufgeregte und klare Malweise. Damit folge der Duktus dem Thema, dem Selbstporträt in ungewohnter Haltung. Stefan Winkler stellt seine Person in den Mittelpunkt und gibt ihr in jedem Bild eine Maskierung

In jugendlicher Alltagskleidung, mit Farbflecken auf der Jeans und Bartschatten im Gesicht steht ein junger Mann – der Künstler – vor einer leicht gegliederten hellen Kassettentür, seine Schultern und Arme hängen herab. In „Ich will auch!“ muss er sich bücken, um in den Bildausschnitt zum Betrachter blicken zu können; der Kopf ist schräg gestellt und vom Bildrand scharf angeschnitten, sodass das höhere Auge gerade noch zu sehen ist bzw. sehen kann. Der Mann hat sich eine rote Nase aufgesetzt, ohne tatsächlich fröhlich zu wirken oder Fröhlichkeit verbreiten zu wollen. Ein fragender Blick und eine fragende Haltung richten sich an den Betrachter. Der Titel „Ich will auch!“ unterstreicht die Botschaft, dass sich hier jemand grundsätzlich ausgeschlossen fühlt, mitmachen, einbezogen werden möchte.

Im zweiten Bild trägt die Figur über dem Kopf eine braune Papiertüte, auf die ein Smiley aufgemalt ist. Auch hier wirkt die Person müde, stumpf und verfangen im Versuch, auf sich aufmerksam zu machen. Die Körperhaltung gibt zu erkennen, dass sich der Mann in eine Situation ergibt, über die man nur spekulieren kann.

Der Künstler Stefan Winkler greift nach Einschätzung der Jury das Sujet des Selbstporträts in besonderer Weise auf und erfasst in seinen Darstellungen einen kritischen Moment des Ausdrucks: Es gibt Situationen, die eigentlich zum Weinen sind, ohne dass man dagegen ankommen kann. Der Mensch macht gute Miene zum bösen Spiel. Stefan Winkler bringt diese allgemeingültige menschliche Erfahrung durch seine Bilderfindung und seine passende tonige Farbgebung sehr gut zur Darstellung. Er verkörpert damit eine junge Perspektive der Malerei.

Stefan Winkler über seine Arbeit:

„Vor einem Dreivierteljahr fing ich damit an, mich intensiv mit dem Thema ‚Porträt’ zu beschäftigen. Zunächst bearbeitete ich Porträts von Menschen, die mein Interesse weckten. Dabei stellte ich fest, dass es mir wichtig ist, verschiedene Wahrnehmungsebenen in einer Arbeit aufzubauen. In diesem Arbeitsprozess drangen bestimmte Fragen immer mehr in mein Bewusstsein:Was bedeutet Porträt in der gegenwärtigen Malerei? Wie intensiv muss ein Porträt gestaltet werden, um eine aktuelle Aussage zu treffen? Welche Rolle spiele ich als Künstler in der Gegenwart?

Die Suche nach meiner eigenen Position in Bezug zur Malerei der Gegenwart brachte mich zum Selbstporträt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt experimentierte ich mit verschiedenen Ansätzen: Verfremdung durch extreme Perspektive und Verfremdung durch den Einsatz von Materialien, die Verzerrungen in meinem Gesicht erzeugten. Zuletzt erzielte ich Doppeldeutigkeit durch den Einsatz von Papiertüten sowie Masken.“




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