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Werkverzeichnis: Maximilian Ruess


Thomas Dachser Gedenkpreis - 2008

Uli Scheitenberger (*1962), Kisslegg



Uli Scheitenberger (*1962)
Kisslegg

„Magda I.“ u. „Magda II.“
Öl auf Baumwolle
beide je 100 x 125
2007

Der Künstler Uli Scheitenberger aus Kisslegg wird für seine beiden Gemälde „MAGDA I.“ und „MAGDA II.“ mit dem Thomas-Dachser-Gedenkpreis 2008 ausgezeichnet.

Auf den ersten Blick zeigen sich die beiden Bilder, die im selben Format und beide in Öl auf Baumwolle gemalt sind, sehr unterschiedlich. „MAGDA I.“ erscheint skizzenhafter, grafischer, unfertig, mit Passagen von unbehandeltem Malgrund. „MAGDA II.“ ist ein expressiv, farbintensiv, pastos in der gesamten Fläche gemaltes, fast hingeworfenes Farbgewirr, dessen Motiv erst nach und nach erfasst werden muss. Der erste Eindruck, der das eine als eine Vorzeichnung erscheinen läßt, trügt: Beide Bilder befassen sich mit demselben Thema, beide sind völlig eigenständig und abgeschlossen – und doch ergänzen sie sich vortrefflich.

Die Jury würdigt die beiden Bilder als gedoppeltes Motiv, das die Botschaft nicht wiederholt, sondern in einer anderen Bildsprache verstärkt. Die gesellschaftlich zentrale Thematik der Pflege hilfebedürftiger oder alter Menschen sowie der gegenseitigen Wahrnehmung von Pflegenden und Pflegebedürftigen wird in den beiden Bildern von Uli Scheitenberger mit einer unglaublichen Rohheit, nicht naiv, sondern fast destruktiv in den Fokus genommen. Dem Akt des Fütterns, der Ohnmacht einerseits, Intimität und Zuneigung andererseits in sich trägt, kommt in dieser Darstellungsweise etwas Brachiales, Ausgeliefertes, Deformiertes zu, das die psychische und physische Abhängigkeit unmittelbar zum Ausdruck bringt.

Zwei Personen rahmen eine Person in der Mitte, die gefüttert wird. Die Bilder lassen sich lesen: Man erkennt die Körper, einen Teller, einen Löffel. Die fütternde Hand steht im Zentrum des Bildes; sie ist die Verbindung zwischen den verschwommenen Gestalten, die formal zu entgleiten scheinen. Inmitten dieser suchenden, sich auflösenden Malerei gibt der Frauenname „Magda“ einen Halt, der auf ein Individuum verweist, das Hilfe braucht und vielleicht leidet.

Uli Scheitenberger erweist sich mit diesen beiden Bildern als virtuoser, kraftvoller Künstler, der intuitiv Malerei und Zeichnung, nuancenreiche Farbgebung mit sensibler und gleichzeitig markanter Strichsetzung zu verbinden versteht. Seine unkonventionelle Auffassung, die dynamische Mittelverwendung und sein Mut, die Bilder in ihrer Unfertigkeit stehen zu lassen, fanden große Anerkennung bei der Jury.

Uli Scheitenberger über seine Arbeit:

„Mein Leben besteht, wenigstens während des Sommers, aus achtzig Prozent schwerer körperlicher Arbeit, neunzehn Prozent Erholung von der Arbeit und einem Prozent Beschäftigung mit der Kunst. In diesen wenigen Stunden pro Monat hat sich eventuell der hektische Strich herausgebildet und dieses vehemente Reiben und Schmieren und Schmoddern mit Farbe auf Leinwand. Motiv kann alles sein, was mir im Lauf eines Tages begegnet. Von MAGDA gibt’s mehrere Versionen, auch ein paar papierene, die aber teilweise schon wieder übermalt sind.“




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