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Volksglaube und Magie
Winterausstellung in der Kunsthalle lockt breites Publikum


Kempten (Marlen Mösle) - Verehrte Göttin, unheilvolle Hexe oder weise Heilerin - ganz unterschiedlich wurden Frauen in den vergangenen 30.000 Jahren im Volksglauben gesehen und ihnen verschiedene gute, schlechte sowie magische Fähigkeiten zugeschrieben. Zu einer Zeitreise von der Steinzeit bis hin zur Gegenwart unter dem Aspekt Volksglaube und Magie lädt die diesjährige Winterausstellung "Göttin, Hexe, Heilerin" in der Kunsthalle noch bis zum 18. Februar ein. Gezeigt werden kulturgeschichtliche Funde aus dem Bregenzerwald und dem Allgäu.

Dabei durchläuft die Ausstellung fünf Stationen. Ihr Aufbau beruht auf einer Konzeption des Frauenmuseums in Hittisau und wurde durch Allgäuer Funde ergänzt. Neben den Exponaten liefert "Göttin, Hexe, Heilerin" umfangreiches Hintergrundwissen auf Texttafeln, das auch in einem kostenlosen Heftchen zum Mitnehmen ausliegt. Die Ausstellung in Kempten ist umfangreicher als die in Hittisau und setzt, historische bedingt, einen Schwerpunkt auf Hexenverfolgung und Hexenprozesse.
"Göttin, Hexe, Heilerin" beginnt in der Steinzeit, in der Menschen die Naturkräfte fürchteten und verehrten sowie sich mit den zyklischen Abläufen im Leben befassten. Später wurden die Naturkräfte in Gottheiten personalisiert. Die ersten davon waren weiblich und für Fruchtbarkeit und Tod zuständig. Die Ausstellung zeigt hierzu unter anderem kleine Figuren von Göttinnen. Die nächste Station steht unter dem Titel "Christianisierung der Göttin". Es wird gezeigt, wie das Christentum Strategien anwendete, um mit traditionellen magischen Vorstellungen umzugehen.
Nach dieser Etappe setzt die Ausstellung einen Schwerpunkt in der Neuzeit und somit bei der Hexenverbrennung. Anhand von einigen Exponaten und zahlreichen Tafeln wird auf die Hexenprozesse im Allgäu eingegangen und besonderes Augenmerk auf die neuesten Forschungsergebnisse zum Fall Anna Maria Schwegelin, die lange als letzte hingerichtete Hexe galt, gelegt. Als vierte Station spannt die Ausstellung den Bogen zur Naturheilkunde, in dem sie Kräuter und bedeutende Bäume zeigt, und zur Alltagsmagie, bei der Gegenständen oder Sprüchen eine besondere Wirkung zugeschrieben wird. Im Anschluss führt die Zeitreise zurück in die Gegenwart. Hier geht es beispielsweise um die Funkenhexe oder die moderne emanzipierte Frau als Hexe.

Gute Resonanz

Die Ausstellung "Göttin, Hexe, Heilerin" ist bereits seit dem 25. November zu sehen. Mit der bisherigen Resonanz ist Museumsleiterin Ursula Winkler sehr zufrieden. "Es ist immer jemand da", berichtet sie. Die Führungen seien voll. "Und es sind sehr viele Männer da." Winkler betont, dass die Ausstellung kein Frauenthema sei, was sich durch die männlichen Besucher bestätige. Winkler selbst gefällt an "Göttin, Hexe, Heilerin" besonders, dass mit dem Volksglauben eine breite Thematik abgedeckt werde. "Viele Gäste finden sich hier wieder", verdeutlicht sie. Außerdem ermögliche die Ausstellung Kemptener Objekte aus den Museumsbeständen zu zeigen, denen sonst "in Depots oder Dauerausstellungen" wenig Aufmerksamkeit geschenkt werde. Unter den Kemptener Funden befindet sich unter anderem eine Bronzevenus, die bei Lindenberg gefunden wurde, und ein Epona Weihestein, der genutzt wurde, um Epona, die Pferdegöttin, zu verehren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Objekte von privaten Sammlern aus der Region.

Dass "Göttin, Hexe, Heilerin" gerade in dieser Jahreszeit gezeigt wird, findet Winkler passend. "Es ist ein Thema, dem man sich im Winter eher widmet, wenn man Zeit hat und es abends dunkel ist", erklärt die Museumsleiterin. Der Aspekt Volksglaube spreche vor allem ein breites, neugieriges Publikum an, das sich gerne mit Rätselhaftem beschäftige. Die Besucher seien auch jünger als diejenigen, die zu einer Kunstausstellung kommen, erklärt Winkler.

Eigene Erfahrungen

In der Ausstellung werden die Besucher aufgefordert von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Thema Volksglauben zu berichtet. Die bisher ausgefüllten Fragebögen berichten vermehrt über verschiedene Methoden des Warzenwegbetens. Eine Rolle spielt dabei immer wieder der Mond beziehungsweise Vollmond als auch das Aufschreiben von Sprüchen. Dass gerade dem Schreiben eine besondere Bedeutung zukommt erklärt Winkler damit, dass es früher etwas Besonderes war, wenn jemand schreiben konnte. In den Berichten der Besucher finden sich darüber hinaus Erfahrungen mit Hausmitteln, Möglichkeiten des Brandlöschens und Heilungsgebete. Für eine wirkliche wissenschaftliche Analyse seien die bisherigen Ergebnisse allerdings noch zu ungenau, erklärt Winkler. Als Problem sieht sie auch, dass die "heutige Generation vieles nicht mehr weiß".

Führungen

"Göttin, Hexe, Heilerin" ist noch bis zum 18. Februar in der Kunsthalle Kempten zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr sowie jeweils eine Stunde vor den Abendveranstaltungen aus dem Rahmenprogramm. Für Erwachsene wird jeden Sonntag um 15 Uhr eine kostenlose Führung gegeben. Für Kinder werden unter dem Motto "bezauberndes" eigens Führungen gemacht. Am 20. Januar und 10. Februar finden diese regulär satt. Weitere Führungen, beispielsweise für Schulklassen, sind nach Absprache möglich. 

Mit freundlicher Genehmigung von:

www.kreisbote.de



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